Pressemitteilungen

Neues QS-Verfahren zur Vermeidung von Wundinfektionen nach Operationen: Teilnehmerinnen und Teilnehmer für Expertengremium gesucht

Berlin, 13. Februar 2017 – Das IQTIG vergibt Plätze im Expertengremium für das neue Qualitätssicherungsverfahren Vermeidung nosokomialer Infektionen - postoperative Wundinfektionen (QS WI) nach der Qesü-Richtlinie. Gesucht werden Expertinnen und Experten mit praktischer Erfahrung im Bereich der nosokomialen Wundinfektionen. Dies betrifft u. a. folgende Berufsgruppen:

  • stationär und ambulant operierende Ärzte aus den jeweiligen Fachgebieten
  • Hygienikerinnen und Hygieniker oder Hygienefachkräfte aus dem Krankenhausbereich und dem vertragsärztlichen Bereich
  • Pflegekräfte aus dem OP-Bereich des Krankenhauses

Darüber hinaus können Kodierexpertinnen und Kodierexperten sowie fachärztliche Vertreterinnen und Vertreter der Krankenkassen aus einem der Gebiete teilnehmen, die für das Qualitätssicherungsverfahren in Betracht kommen. Dazu zählen die Chirurgie bzw. Allgemeinchirurgie, Gefäßchirurgie, Viszeralchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Plastische Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe sowie die Urologie.

Seit dem 1. Januar 2017 gibt es erstmals ein verpflichtendes Qualitätssicherungsverfahren, das ausschließlich postoperative Infektionen betrifft. Ziel des Verfahrens ist es, die Qualität der stationären und ambulanten medizinischen Versorgung zur Vermeidung nosokomialer Infektionen, insbesondere postoperativer Wundinfektionen, zu messen, vergleichend darzustellen und zu bewerten. Dafür, wie auch für die Weiterentwicklung dieses Verfahrens, ist die Einbindung von Expertinnen und Experten vorgesehen.

Detaillierte Informationen zu den Aufgaben des Gremiums sowie zu den Bewerbungsvoraussetzungen finden Sie hier.

Informationen zum Auftrag des G-BA finden Sie hier.

Wissenschaftliche Grundlagen transparent dargelegt: Version 1.0s der „Methodischen Grundlagen“ geht ins Stellungnahmeverfahren

Berlin, 1. Februar 2017 – Das IQTIG hat die Vorversion seiner „Methodischen Grundlagen V1.0s“ vorgelegt. Darin werden die methodischen Arbeitsgrundlagen als fachlich unabhängiges, wissenschaftliches Institut nach § 137a SGB V dokumentiert. Das Dokument richtet sich ebenso an die wissenschaftlich-medizinische Fachöffentlichkeit wie an die allgemeine Öffentlichkeit, wie zum Beispiel Patienten und interessierte Bürger.

In einem ersten Schritt können nun Einrichtungen des Gesundheitswesens, Patientinnen und Patienten und deren Vertreter sowie fachkundige Einzelpersonen bis zum 31. März 2017 ihre schriftliche Stellungnahme per E-Mail abgeben. Details zur Teilnahme sowie ein Formular zur Stellungnahme finden Sie hier. In einem zweiten Schritt werden die „Methodischen Grundlagen“ dann ab April auf der Basis der Kommentare und Vorschläge nochmals überarbeitet. Im Sommer wird die endgültige Version 1.0 der „Methodischen Grundlagen“ zusammen mit der Würdigung der Stellungnahmen auf den Internetseiten des Instituts veröffentlicht. Zentraler Kontakt für schriftliche Stellungnahmen sowie alle Fragen zu den „Methodischen Grundlagen“ des IQTIG: methoden(at)iqtig.org

Mit den „Methodischen Grundlagen“ beschreibt das IQTIG detailliert die wissenschaftliche Basis, auf der es seine Qualitätssicherungsverfahren einschließlich Patientenbefragungen im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) entwickelt, aktualisiert und durchführt. Auch die „Methodischen Grundlagen“ selbst werden kontinuierlich weiterentwickelt und regelmäßig fortgeschrieben. Ergänzend dazu wird das IQTIG im Frühjahr 2017 sein Verfahrenshandbuch veröffentlichen. Dort werden die praktischen Abläufe der Qualitätssicherungsverfahren dargestellt. Das Verfahrenshandbuch soll damit vor allem denjenigen als Informationsquelle dienen, die für die Durchführung der Verfahren verantwortlich sind oder an der Durchführung beteiligt sind.

Besserer Schutz vor Wundinfektionen nach Operationen: Neues sektorenübergreifendes Qualitätssicherungsverfahren gestartet

Berlin, 11. Januar 2017 – Wundinfektionen gehören zu den typischen Komplikationen, die infolge eines chirurgischen Eingriffes auftreten können. Das gilt unabhängig davon, ob der Patient ambulant oder stationär behandelt wurde. Um die Gefährdung der Patienten erkennen und reduzieren zu können, werden seit dem 1. Januar 2017 Wundinfektionen in dem neuen Qualitätssicherungsverfahren Vermeidung nosokomialer Infektionen – postoperative Wundinfektionen (QS WI) sektorenübergreifend bis zu einem Jahr nach dem Eingriff erfasst. Dazu werden auch die Sozialdaten der Versicherten bei den Krankenkassen genutzt. Neben Informationen zu postoperativen Wundinfektionen werden auch Informationen zum Hygiene- und Infektionsmanagement der teilnehmenden Leistungserbringer erfasst. Ein gutes Hygiene- und Infektionsmanagement hilft dabei, dass im Rahmen der medizinischen Versorgung auftretende Infektionen vermieden werden. Erfasst werden hierzu zum Beispiel die Anzahl der Patienten auf den Intensiv- und Allgemeinstationen, der Grad der Umsetzung von internen Leitlinien bei der Antibiotikaprophylaxe oder der Umgang mit sterilen Geräten und Medizinprodukten. Grundlage für das Qualitätssicherungsverfahren ist ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) aus dem Dezember 2015, in dem das IQTIG beauftragt wird, mit den Partnern des Gesundheitswesens das Qualitätssicherungsverfahren Vermeidung nosokomialer Infektionen – postoperative Wundinfektionen (QS WI) umzusetzen.

In einer fünfjährigen Erprobungsphase werden die gesammelten Daten quartalsbezogen an alle ambulanten und stationären Einrichtungen zurückgespiegelt. Ziel ist es, dadurch die Anzahl der nosokomialen Infektionen zu senken. Bei der Entwicklung des Qualitätssicherungsverfahrens achtete das IQTIG besonders darauf, den bürokratischen Aufwand für Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte so gering wie möglich zu halten. Es arbeitet bei der Weiterentwicklung des Verfahrens eng mit anderen beteiligten Institutionen auf Bundes- und Landesebene, wie zum Beispiel dem Robert Koch-Institut, zusammen. Informationen zur Umsetzung finden Krankenhäuser und Arztpraxen in den Umsetzungshinweisen, die laufend aktualisiert werden (letzter Stand: 02.01.2017).

Das IQTIG entwickelt als fachlich unabhängiges, wissenschaftliches Institut für den G‐BA Qualitätssicherungsverfahren und beteiligt sich an deren Durchführung. Basis sind die „Richtlinie über Maßnahmen der Qualitätssicherung in Krankenhäusern“ – kurz QSKH-RL – und die „Richtlinie zur einrichtungs- und sektorenübergreifenden Qualitätssicherung“ – kurz Qesü-RL. Daran sind alle in Deutschland nach § 108 SGB V zugelassenen Krankenhäuser und Vertragsärzte gebunden.

Derzeit führt das IQTIG 26 QS-Verfahren durch: 24 nach QSKH-Richtlinie, zwei nach Qesü-Richtlinie. Anfang 2016 ist mit dem Verfahren Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie erstmals ein sektorenübergreifendes Verfahren gestartet. Es betrifft Untersuchungen und Eingriffe an den Herzkranzgefäßen bei Patienten, bei denen ein Herzinfarkt droht oder akut abgewendet werden soll.